24.07.2026 - CSC Terp Foundation e.V.

Beratungsstellen in Hamburg: Wo Mitglieder und Angehörige Hilfe finden

Hamburg verfügt über ein flächendeckendes Netz kostenloser und anonymer Suchtberatungsstellen. Für den Bezirk Wandsbek ist VIVA Wandsbek die zentrale Anlaufstelle.

Wer Fragen zum eigenen Cannabis-Konsum hat, das eigene Konsumverhalten überprüfen möchte oder sich um eine nahestehende Person sorgt, findet in Hamburg ein dichtes Netz an Beratungsangeboten. Die Beratung ist in allen von der Freien und Hansestadt Hamburg geförderten Stellen kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym — eine Krankenversicherungskarte oder eine Überweisung ist nicht erforderlich. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Beratungslandschaft in Hamburg, benennt die für den Bezirk Wandsbek und den Hamburger Norden relevanten Anlaufstellen, erläutert die Angebote für Angehörige und beschreibt digitale Beratungsmöglichkeiten.

Welche Beratungsstellen gibt es in Hamburg?

Hamburg verfügt über ein von der Sozialbehörde gefördertes Netz ambulanter Suchtberatungsstellen, das über das gesamte Stadtgebiet verteilt ist. Die Beratung ist nach Angaben der Behörde in allen diesen Stellen anonym und kostenlos. Träger sind überwiegend freie Verbände und gemeinnützige Gesellschaften; die Angebote reichen von der Erstberatung über Motivations- und Ausstiegsbegleitung bis zur Vermittlung in weiterführende Behandlung.

Zu den etablierten Trägern und Einrichtungen zählen unter anderem der Beratungsstellenverbund KODROBS der jhj Hamburg Netzwerk gGmbH mit Standorten in Altona, Eimsbüttel, Bergedorf und Süderelbe/Wilhelmsburg, die Suchtberatungszentren STZ in Barmbek, Harburg und der Neustadt, das SEEHAUS Ambulante Suchtbehandlungszentrum, das Lukas Suchthilfezentrum Hamburg-West sowie das Suchthilfezentrum Die BOJE der Alida Schmidt-Stiftung. Der KODROBS-Verbund berät nach eigenen Angaben unter anderem zu Alkohol, Cannabis, Kokain, Heroin, Medikamenten und Partydrogen; Beratungen sind dort auch in mehreren Sprachen möglich.

Eine vollständige und tagesaktuelle Übersicht aller Hamburger Beratungsstellen führt die Sozialbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Ergänzend bietet das Portal suchtberatung-hamburg.de eine Kartensuche, über die sich die nächstgelegene Stelle nach Wohnort finden lässt.

Welche Anlaufstellen gibt es im Bezirk Wandsbek?

Die zentrale Suchtberatungsstelle für den Bezirk Wandsbek ist VIVA Wandsbek in Trägerschaft der Jugendhilfe e.V. Die Einrichtung berät zu Suchtfragen einschließlich Cannabis und ist unter der Anschrift Lotharstraße 2b in 22041 Hamburg-Wandsbek erreichbar. Für die Terminvereinbarung empfiehlt die Sozialbehörde grundsätzlich die telefonische Kontaktaufnahme.

Für Jugendliche und junge Erwachsene bietet VIVA Wandsbek unter dem Namen „Take care!" ein eigenes, altersspezifisch zugeschnittenes Angebot an. Ebenfalls im Hamburger Nordosten angesiedelt ist die Drogenberatung STEP IN in Steilshoop in Trägerschaft des Vereins für Jugendpflege Steilshoop e.V. Für Mitglieder und Interessierte aus Hummelsbüttel, Poppenbüttel, Sasel, Wellingsbüttel und den Walddörfern sind das die räumlich nächstgelegenen Anlaufstellen.

Eine ausdrücklich auf Alkohol und Cannabis spezialisierte Beratung bietet die KALLE Beratungsstelle des Vereins SUCHt & WENDEPUNKT e.V. Wer sich unsicher ist, welche Stelle die passende ist, kann sich nach Angaben der Sozialbehörde an jede beliebige Suchtberatungsstelle wenden — die Stellen vermitteln bei Bedarf intern weiter. Eine Bindung an den Wohnbezirk besteht nicht.

Welche Angebote gibt es für Angehörige?

Angehörige — Partnerinnen und Partner, Eltern, Geschwister, Freundinnen und Freunde — können sich in Hamburg ebenfalls an die regulären Suchtberatungsstellen wenden. Die Beratung von Angehörigen gehört zum Standardangebot der geförderten Stellen und ist wie die Betroffenenberatung kostenlos und auf Wunsch anonym. Eine Zustimmung oder Beteiligung der betroffenen Person ist dafür nicht erforderlich.

Für besondere Konstellationen existieren in Hamburg spezialisierte Angebote. Die Beratungsstelle IGLU der Palette gGmbH richtet sich ausdrücklich an drogenkonsumierende Eltern und deren Kinder. Die Beratungsstelle Frauenperspektiven des gleichnamigen Vereins berät ausschließlich Frauen, das Angebot Kajal desselben Trägers ausschließlich Mädchen. Mit 4Be TransSuchtHilfe und Deaf Sucht Hilfe hält die Therapiehilfe gGmbH zudem Angebote für geschlechtsdiverse Menschen sowie für hörgeschädigte Personen bereit.

Für Eltern, die sich um den Cannabis-Konsum minderjähriger Kinder sorgen, sind neben den Suchtberatungsstellen auch die Erziehungsberatungsstellen der Bezirksämter eine mögliche erste Anlaufstelle. Rechtliche Hintergründe zum Umgang mit Cannabis bei Minderjährigen fasst der Beitrag zum Jugendschutz nach KCanG zusammen.

Welche digitalen und telefonischen Angebote gibt es?

Neben der persönlichen Beratung vor Ort existieren in Hamburg und bundesweit mehrere digitale Zugangswege. Das bundesweite Angebot DigiSucht ermöglicht unter suchtberatung.digital eine Online-Suchtberatung zu Themen rund um Drogen, Sucht und Substanzkonsum. Die jhj Hamburg Netzwerk gGmbH bietet mit „Kointer" eine eigene Online-Suchtberatung an.

Digitale Angebote haben den Vorteil eines besonders niedrigschwelligen Zugangs: Sie sind ortsunabhängig, in der Regel ohne Wartezeit auf einen Termin nutzbar und ermöglichen eine anonyme Erstkontaktaufnahme. Sie ersetzen eine persönliche Beratung nicht, können aber ein sinnvoller erster Schritt sein — insbesondere für Personen, die zunächst unverbindlich Informationen einholen möchten.

Für eine telefonische Erstberatung empfiehlt die Hamburger Sozialbehörde den direkten Anruf bei einer der ambulanten Beratungsstellen. Die Mitarbeitenden klären dort im Gespräch das Anliegen und vereinbaren bei Bedarf einen persönlichen Termin. Die Bearbeitungsdauer variiert nach Angaben der Behörde je nach Art des Anliegens.

Wann ist eine Beratung sinnvoll?

Eine Suchtberatung richtet sich nicht ausschließlich an Personen mit einer diagnostizierten Abhängigkeit. Die Hamburger Beratungsstellen sind ausdrücklich auch für Menschen offen, die ihr eigenes Konsumverhalten überprüfen, Informationen einholen oder eine Veränderung erwägen — ohne dass bereits ein manifestes Problem vorliegen muss.

Anlässe für eine Beratung können sein: der Eindruck, dass der Konsum an Häufigkeit oder Menge zunimmt; Schwierigkeiten, geplante Konsumpausen einzuhalten; Auswirkungen auf Schlaf, Konzentration, Stimmung, Ausbildung, Beruf oder Beziehungen; Konsum als überwiegende Bewältigungsstrategie für Stress oder belastende Gefühle; sowie Rückmeldungen aus dem Umfeld. Auch Fragen zu Wechselwirkungen mit Medikamenten oder zur Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr können ein Beratungsanlass sein.

Für gesundheitliche Fragen im engeren Sinn — etwa zu körperlichen Beschwerden, zu bestehenden Erkrankungen oder zu einer laufenden Medikation — sind hausärztliche Praxen sowie Fachärztinnen und Fachärzte die richtigen Ansprechpartner. Suchtberatungsstellen und ärztliche Versorgung ergänzen einander; die Beratungsstellen vermitteln bei Bedarf in die medizinische Versorgung weiter.

Welche Rolle spielt die Prävention in der Anbauvereinigung?

Anbauvereinigungen sind nach § 23 KCanG gesetzlich verpflichtet, ein Gesundheits- und Jugendschutzkonzept vorzuhalten und eine präventionsbeauftragte Person mit nachgewiesener Qualifikation zu bestellen. Zu deren Aufgaben gehört es, Mitglieder über Risiken aufzuklären und auf Beratungsangebote hinzuweisen. Die CSC Terp Foundation e.V. setzt diese Anforderungen im Rahmen der ihr erteilten Erlaubnis nach § 11 KCanG um.

Konkret bedeutet das: Die Vereinigung informiert ihre Mitglieder über die bestehenden Hamburger Beratungsangebote, weist auf die gesetzlich vorgeschriebenen Warnhinweise in der Verpackung nach § 22 KCanG hin und stellt Informationsmaterial zu Risiken und Wechselwirkungen bereit. Eine ausführliche Darstellung der gesetzlichen Präventionspflichten findet sich im Beitrag zur Suchtprävention nach § 23 KCanG.

Eine Anbauvereinigung ist dabei ausdrücklich keine Beratungsstelle und ersetzt keine fachliche Suchtberatung oder medizinische Versorgung. Ihre Rolle beschränkt sich darauf, Mitglieder auf die vorhandenen Angebote hinzuweisen und den Zugang dorthin zu erleichtern. Weitere Informationen zur Vereinigung und ihren gesetzlichen Pflichten finden sich auf der Vereinsseite.


Dieser Beitrag dient der sachlichen Information und stellt keine medizinische oder therapeutische Beratung dar. Die genannten Angebote und Kontaktdaten beruhen auf öffentlich zugänglichen Angaben der Freien und Hansestadt Hamburg und der jeweiligen Träger; Änderungen sind möglich. Eine tagesaktuelle Übersicht führt die Sozialbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Bei akuten gesundheitlichen Notfällen ist der Rettungsdienst unter 112 zu verständigen.